1964 - erneut ein Führungwechsel in der Wehr. Nach 18 Jahren als Wehrführer wurde Oberbrandmeister August Haye in die Ehrenabteilung übernommen. Die Männer der Wehr ernannten ihn zum Ehrenoberbrandmeister. Zum neuen Wehrführer wurde der Löschmeister Jürgen-Detlef Reise einstimmig gewählt; sein Stellvertreter wurde Jürgen-Friedrich Schwartz.
Ein lange gehegter Wunsch der Feuerwehrmänner sollte nun endlich verwirklicht werden: Eine Fahne für unsere Wehr. Die Kosten für diese Fahne konnten jedoch von den aktiven Kameraden allein nicht aufgebracht werden. Es wurde bei den passiven Mitgliedern gesammelt, und die Mittel reichten. Die Fahnenweihe wurde mit dem Stiftungsfest zusammen feierlich durchgeführt. Alle Vereine der Gemeinde und alle Nachbarwehren nahmen an der Fahnenweihe teil - "Ein stolzer Tag für unsere Wehr."
Die Häufigkeit der Einsätze der Wehr nahm zu. Allerdings nicht die Einsätze zur Brandbekämpfung, sondern die Hilfseinsätze aller Art, besonders Häufig bei Verkehrsunfällen. Die Vogelfluglinie E47, die seit 1963 bestand, forderte ihren Tribut. So ist es bis heute geblieben. Starke Nerven muß ein Feuerwehrmann besitzen, wenn er Schwerstverletzte oder gar Tote aus den Fahrzeugtrümmern herausholen muß.
1968 - wieder ein Führungswechsel. Wehrführer und Brandmeister der Wehr Jürgen-Detlef Reise gab dieses Amt aus Zeitmangel ab. Er war seit 1966 Bürgermeister der Gemeinde und des Ostseebades Großenbrode.
Einstimmig wurde der bisherige stellvertretende Wehrführer Jürgen-Friedrich Schwartz von den Männern der Wehr zum neuen Wehrführer gewählt. Sein Stellvertreter, Werner Reise, wurde ebenfalls einstimmig in dieses Amt gewählt.

Schon wieder ein Großbrand. Am 19. September 1973 geriet die Scheune des Bauern Walter Stahl in Brand; sie war nicht mehr zu retten. 8 Rinder und ein Teil der Ernte wurden ebenfalls ein Opfer der Flammen.

Im Frühjahr 1977 wurde nach langen und heißen Debatten von der Gemeindevertretung beschlossen, ein neues Löschfahrzeug, ein LF 16, anzuschaffen. Dieses Fahrzeug wurde von 4 Feuerwehrmännern direkt vom Werk der Firma Ziegler aus Gingen abgeholt. Am 7. März 1978 wurde dann das neue Fahrzeug gebührend bei Bockwurst und Bier und in Anwesenheit vieler Honoratioren offiziell vom Bürgermeister an die Wehr übergeben. Ein großer Dank an die Gemeinde Großenbrode wurde ausgesprochen, die wieder einmal deutlich machte, daß die Feuerwehr stets gut ausgerüstet zu sein hat, um das Leben und die Güter ihrer Bürger zu schützen.
Man schrieb den 17. August 1979, 120 Uhr nachts.
Feueralarm wurde ausgelöst. In den Pomosinwerken war ein Großfeuer ausgebrochen, das sich in seinem Ausmaß zum größten Brand in der Geschichte der Wehr entwickelte. Nachbarwehren aus Heiligenhafen, Gremersdorf, Oldenburg und Putlos mußten zur Verstärkung herangerufen werden. Es entstand ein Schaden von vielen Millionen Mark. Es konnten aber auch Werte in gleicher Höhe vor der Vernichtung durch das Feuer von den Wehren gerettet werden.
Man denkt wieder unwillkürlich an Schillers Glocke: "Wehe wenn sie losgelassen..."
Ein solches Feuer hatte die Wehr und unsere Gemeinde noch nicht erlebt. Noch in der Brandnacht wurden Gerüchte laut, daß das Werk nicht wieder aufgebaut werden sollte. Ich habe damals Männer, die nach diesen Gerüchten sofort ihren Arbeitsplatz verlieren würden, weinen gesehen. Nur - es war, Gott sei Dank, nur ein Gerücht. Noch bis Mittag desselben Tages wurde von der Werksleitung erklärt, daß die Fabrik wieder aufgebaut werden sollte. Mit den Mitarbeitern des Werkes war auch die Gemeinde Großenbrode sichtlich erleichtert und dankbar.

Großenbrode ist stolz auf seine Wehr

Fast der gesamte Gemeinderat und zahlreiche Großenbroder nahmen am Jubiläum teil Großenbrode (co). "Großenbrode kann stolz darauf sein, eine solche Wehr zu haben, und ich bin stolz, diese Wehr zu führen", das sagte auf der Jubiläumsveranstaltung der Großenbroder Feuerwehr, die am Wochenende ihr 60. Stiftungsfest feierte, Gemeindewehrführer Jürgen Detlev Reise, der von Kreisbrandmeister Eimecke zum Brandmeister befördert wurde.

Am Feuerwehrjubiläum nahmen fast der gesamte Gemeinderat mit Bürgermeister Jan Kruse und zahlreiche Großenbroder Bürger teil.
Im Mittelpunkt der Jubiläumsfestlichkeiten stand die Weihe der Wehrfahne, die sich die Großenbroder Feuerwehrmänner mit einer Überraschend guten finanziellen Unterstützung ihrer zahlreichen passiven Mitglieder gestiftet hatten.
Im Festzug, der vom "Alten Krug" unter den Klängen flotter Märsche des Kreisspielmannzuges, zum Dorfplatz marschierte, sah man die Fahnenabordnungen aller benachbarten Wehren, der alten Großenbroder Gilde und des Schützenvereins.
Kreisbrandmeister Eimecke, der auf dem Dorfplatz die Weihe der neuen Fahne am Tuch der Fahne der Oldenburger Feuerwehr vornahm, fand Worte der Anerkennung für die Arbeit und die Einsatzbereitschaft der Großenbroder Wehr, die heute dank einer großzügigen Unterstützung durch den Gemeinderat zu den am modernsten ausgerüsteten ländlichen Wehren des Kreises Oldenburg zählt.
Die Feuerwehr stamme aus dem Volke, dessen Eigentum sie schütze, betonte der Kreisbrandmeister. Aber nicht 100 Geräte seien wichtig, die der Feuerwehrmann bediene. Wichtiger noch sei der Geist, der die Männer im blauen Rock beseele. Und um diesen Geist sei es gerade in Großenbrode gut bestellt.
Die neue Fahne, hieß es, möge Symbol für das Verantwortungsbewußtsein, die Treue und die Kameradschaft sein. Unter dem Motto "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" nahm der Kreisbrandmeister die Fahnenweihe vor. Wehrführer Reise übergab anschließend die neue Fahne, die auf der einen Seite das Feuerwehremblem mit dem Motto trägt, auf der anderen Seite das Bild der Heimat, dem Fahnenträger der Großenbroder Wehr.
Nach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal ging es im Festzug durch die Straßen des Dorfes, die an diesem Ehrentage der Feuerwehr Festschmuck angelegt hatten.
Im "Alten Krug" fand anschließend eine Festversammlung statt. Unter den Ehrengästen sah man auch den letzten, heute noch lebenden Mitbegründer der Großenbroder Wehr: Ehrenlöschmeister August Oxen, dem an diesem Tage eine besondere Ehrung zuteil wurde. Kreisbrandmeister Eimecke überreichte dem verdienten Feuerwehrmann, der heute im 78. Lebensjahr steht, namens der Kreisfeuerwehrvorstandes eine Silberschale. Glückwünsche und Fahnennägel überbrachten die Oldenburger Wehr, die Heiligenhafener Blauröcke, der Großenbroder Schützenverein, die alte Großenbroder Gilde und der Großenbroder Sportverein. Anläßlich des Stiftungsfestes wurde auch der stellvertretende Wehrführer Jürgen Schwartz befördert. Wehrführer Reise ernannte ihn zum Löschmeister.
"Die Großenbroder Feuerwehr kann jederzeit auf die volle Unterstützung der Gemeinde Großenbrode rechnen", versicherte Bürgermeister Jan Kruse, der der Wehr den Dank der ganzen Gemeinde für die stete Einsatzbereitschaft überbrachte, die die Großenbroder Blauröcke in all den Jahren des Bestehens der Wehr bewiesen haben.