Am 5. Februar 1905, also vor 100 Jahren, berief der damalige Gemeindevorsteher Georg Kruse senior eine Bürgerversammlung in den "Alten Krug" ein. Eine freiwillige Feuerwehr wurde gegründet.
27 Männer erklärten ihren sofortigen Beitritt. Der erste Hauptmann wurde gewählt, es war der Landmann und Reepschläger August Reise. Als sein Stellvertreter wurde der Spritzenführer Julius Wilcken und als Steigerführer Theodor Reise gewählt.
Nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kam am 4. März 1905 der Landrat des Kreises Oldenburg persönlich und nahm die Vereidigung der aktiven Feuerwehrmänner vor. Jeder Feuerwehrmann mußte sich verpflichten der vorgeschriebenen Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Großenbrode nachzuleben. So ist es unter anderem auch noch heute.

August Reise war also am 05.02.1905 einstimmig zum Gründungshauptmann der Großenbroder Wehr gewählt worden. Er sollte es sehr lange bleiben; 29 Jahre lang, bis 1934.
Was geschah Wichtiges und Erwähnenswertes in seiner Zeit als Wehrführer? Sofort nach der Gründung der Wehr beschloß der damalige Gemeindevorstand die Beschaffung einer neuen Spritze mit 150m Schläuchen dazu. Es wurde oft geübt mit den jetzt freiwilligen Feuerwehrmännern. Viele kleine und mittlere Brände, auch außerhalb des Dorfes in Lütjenbrode, Löhrsdorf und Mittelhof wurden bekämpft. Die Organisation und der Ausbildungsstand waren ausgezeichnet.
Auch kulturelle Darbietungen, wie zum Beispiel Theaterspiele wurden von den Feuerwehrmännern und ihren Frauen bei Vereinsfesten geboten. Die freiwillige Feuerwehr wurde zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt im Dorf.
Die Kassenumsätze, der Etat der Wehr, hatte in diesen Jahren eine Höhe zwischen 300 und 500 Reichsmark.
Während des 1. Weltkrieges 1914-1918 waren von den aktiven Mitgliedern der Wehr nur 11 Männer verschont geblieben. 3 aktive Feuerwehrmänner sind im Felde geblieben, und etliche waren noch lange in französischer Gefangenschaft. Die aus dem Krieg zurückgekehrten Feuerwehrmänner nahmen sofort wieder ihren Dienst in der Wehr auf.

1921 - Ein Großbrand brach im Pastorat in Großenbrode aus. Scheue und Stallungen wurden ein Opfer der Flammen. Die Wehr mußte sich auf den Schutz der Nachbargebäude beschränken, was ihr auch gelang. 27 Rinder und sämtliches Geflügel wurden ebenfalls Opfer der Flammen. Unsere Wehr konnte damals sehr gut beweisen, wozu sie in der Lage war. Das Feuer konnte eben auf den Brandherd beschränkt werden, und das war schon ein großer Erfolg. Die Stärke der Wehr betrug in dieser Zeit 26-28 Männer.
1926 - Dem Hauptmann August Reise wurde die Verdienstmedaille vom Amtsvorsteher verliehen. Er hatte sie wahrlich verdient.
1934 - Kommando- und Führungswechsel. Mit großer Anerkennung und großem Dank an ihn trat August Reise in den wohlverdienten Ruhestand. Nach 29 Jahren übergab er das Amt des Feuerwehrhauptmannes in jüngere Hände und wurde von seinen Kameraden einstimmig zum Ehrenhauptmann ernannt. Als Nachfolger des Hauptmannes der Wehr wurde Johannes Reise einstimmig gewählt. Der allgemeine Feuerwehrdienst lief in den alten Bahnen weiter. Große Brände waren nicht zu verzeichnen. Ein Flugplatz war gebaut worden in unmittelbarer Nähe im Süden des Dorfes.
1937 - Oberbrandmeister Johannes Reise legte das Amt des Wehrführers wegen Arbeitsüberlastung nieder. Er war seit 1935 auch Bürgermeister der Gemeinde Großenbrode. Vorher wurde noch eine neue Motorspritze angeschafft. Als Nachfolger wurde Heinrich Haye einstimmig zum Wehrführer gewählt.
Am 21. Dezember 1938 verstarb der Ehrenhauptmann August Reise, der 29 Jahre die Wehr erfolgreich geführt hatte. August Reise wurde von seinen Kameraden zu Grabe getragen. Das ganze Dorf trauerte um diesen verdienstvollen Mann, der die Wehr seit ihrer Gründung 1905 bis 1934 geführt hatte.